Donnerstag, 01. Januar 2026
„Vertrauen in das Leben“
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann feiert Pontifikalamt zum Jahresschluss im Speyerer Dom
Speyer. Wie in den Vorjahren reichten auch in diesem Jahr die Sitzplätze im Speyerer Dom nicht für alle Menschen, die zur Feier des Pontifikalamts zum Jahresschluss gekommen waren. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann begrüßte alle Mitfeiernden herzlich und wies zu Beginn darauf hin, dass mit diesem Gottesdienst nicht nur das Ende des Kalenderjahres 2025, sondern auch der Abschluss des Heiligen Jahres „Pilger der Hoffnung“ gefeiert werde.
Seine Predigt widmete Bischof Wiesemann angesichts des Beginn eines neuen Jahres dem Thema Neuanfang und Aufbruch. Mit dem Bild von „hüpfenden, springenden, sich freuenden Kindern“ erinnerte er daran, dass am Anfang des Lebens Bewegung, Erwartung und Vorfreude stünden. Der Bischof machte deutlich, dass diese kindliche Haltung aus einer grundlegenden Neugier auf das Leben hin und aus einem Urvertrauen erwachse, aus dem Vertrauen, „dass das, was kommt, schon gut werden wird“. Für Erwachsene sei der Blick auf Neuanfänge oft „etwas bedächtiger“, da sich Ahnungen und Sorgen darin mischten. Und doch sei es entscheidend, „immer wieder neu den Aufbruch zu wagen“ und „offen zu bleiben für die Möglichkeiten, die vor uns liegen“.
Er verweise dabei auf Maria, zu deren Ehren am 1. Januar das Hochfest der Gottesmutter gefeiert wird. Maria habe ihren Sohn Jesus mit der Geburt und auch später in ihrem Leben immer wieder „frei gelassen und doch im Herzen getragen“. Das Lied „Maria durch ein‘ Dornwald ging“ stehe für diese Haltung: „Sie trägt ihn durch den Dornwald – und am Ende tragen die Dornen Rosen“. Damit mache Gott seine Verheißung wahr.
Zum Abschluss des Heiligen Jahres unter dem Leitwort: „Pilger der Hoffnung“ unterstrich der Bischof, wie sehr dieses Thema die Gegenwart treffe. Hoffnung zu haben bedeute, „Vertrauen in das Leben“ zu setzen und „die Kraft, trotz allem zu gestalten, statt sich lähmen zu lassen von Angst und Unsicherheit“. Das Leitwort „Pilger der Hoffnung“ sei „uns ins Herz geschrieben worden“, verbunden mit dem Glauben an den Gott, „der Dornen in Rosen verwandeln kann, der durch den Tod hindurch Leben verheißt und uns immer wieder neu Mut schenkt, Aufbrüche zu wagen“.
Wiesemann beschrieb diese Haltung mit einem Kinderspiel „Hoppe, hoppe Reiter“ und der Gewissheit, „in dem Moment wo es hinuntergeht, sind da die auffangenden Arme“. Das Vertrauen entstehe aus dem Wissen: „Da ist etwas, das mich hält, das mich nicht fallen lässt.“ Daraus wachse „die Kraft, (…) die Zukunft nicht als Bedrohung zu sehen, sondern als Verheißung“. Abschließend rief der Bischof dazu auf, das Vergangene im Herzen zu bewegen und als „Pilger der Hoffnung“ in das neue Jahr zu gehen: „Trotz der Krisen unserer Zeit sollten wir den Jahreswechsel zuversichtlich begehen – denn wir können nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand“.
Die musikalische Gestaltung des Pontifikalamtes zum Jahresschluss übernahmen Sängerinnen und Sänger des Mädchenchores, der Domsingknaben und des Domchores gestaltet wird. Sie sangen gemeinsam die „Missa Fidem cantemus“ von Christian M. Heiß sowie Stücke von Anton Bruckner und Camille Saint-Saëns. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.
Der Gottesdienst wurde live auf den Social Media Kanälen von Dom, Dommusik und Bistum übertragen und kann dort auch im Nachhinein noch angeschaut werden z.B. unter https://www.youtube.com/watch?v=Cv2VrSZNjQs
